SCHUTZ · ONLINE-TABELLE · STAND MAI 2026

FI-Schutzschalter Typen Tabelle

Orientierung für FI- und RCD-Typen nach Fehlerstromart, Anwendung und Betriebsmittel. Die Tabelle hilft bei der Vorprüfung, ersetzt aber keine Schutzmaßnahmendokumentation.

Stand Mai 2026Version 2026.1Fachprüfung nötig

Kurzantwort

Der FI/RCD-Typ richtet sich nach der möglichen Fehlerstromart des Betriebsmittels. Typ A ist häufig, Typ F/B/B+ werden bei elektronischen Verbrauchern, Umrichtern oder Sonderanlagen relevant.

  • Nicht jeder Verbraucher passt zu jedem RCD-Typ.
  • Herstellerangaben, DC-Fehlerstromanteile und Messverfahren sind entscheidend.
  • RCD-Typ, Nennfehlerstrom, Stromkreis und Auslösewerte gehören gemeinsam in die Dokumentation.

Orientierung für RCD-Typ, Fehlerstromart und Messdokumentation

Typ A häufige Basis

AC und pulsierende Gleichfehlerströme

Typ F Mischfrequenz

bestimmte einphasige Antriebe

Typ B glatte DC-Anteile

Umrichter, PV, Ladeeinrichtung-Kontext

IΔn Nennfehlerstrom

Zuordnung und Messwert dokumentieren

Kerntabelle

Kerntabelle

RCD / FI Typen

Typ, Fehlerstromart, Anwendung und Grenzen

PDF-Sammlung Excel-Dateien
TypFehlerstromartAnwendungBetriebsmittelGrenzeHinweis
Typ AC sinusförmige Wechselfehlerströme nur in sehr begrenztem Kontext einordnen einfache Alt- oder Sonderfälle für moderne Verbraucher häufig nicht passend kritisch prüfen
Typ A Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme häufige Haushalts- und Gewerbekreise Licht, Steckdosen, allgemeine Verbraucher Geräteanforderungen und DC-Anteile prüfen häufige Basis
Typ A kurzzeitverzögert wie Typ A, mit erhöhter Stoßstromfestigkeit je Gerät Stromkreise mit kurzzeitigen Einschalt- oder Ableitströmen Gerätecluster, Netzteile, IT-nahe Verbraucher nicht als Selektivitätsersatz verwenden Datenblatt
Typ F Fehlerströme mit Mischfrequenzen und pulsierenden Anteilen einphasige Frequenzumrichter und bestimmte Antriebe Waschmaschine, Wärmepumpe klein, moderne Antriebe Herstellerangaben und Normkontext prüfen projektabhängig
Typ B glatte Gleichfehlerströme und wechselnde Frequenzanteile möglich besondere elektronische Betriebsmittel Umrichter, PV, Ladeeinrichtung, Maschine Schutzkonzept und Herstellerangaben nötig fachlich prüfen
Typ B+ erweiterter Frequenzbereich je Gerätespezifikation besondere Brandschutz- oder Anlagenkonzepte Industrie, Umrichtertechnik, Sonderanlagen nur nach Fachplanung und Datenblatt Spezialfall
selektiver RCD abhängig vom RCD-Typ gestufte Schutzkonzepte Hauptverteilung, Unterverteilung Auslösezeit und nachgelagerte RCD abstimmen Selektivität
30mA RCD abhängig vom RCD-Typ häufiger Personenschutzkontext Endstromkreise, Bad, Außenbereich Typ, Zuordnung und Messwerte prüfen nicht nur Nennwert
RCD für Ladeeinrichtung AC, pulsierend und mögliche DC-Anteile Wallbox / Ladepunkt EV-Ladeeinrichtung integrierte DC-Fehlerstromerkennung und Herstellerangabe prüfen Sonderkontext
RCBO / FI-LS abhängig vom integrierten RCD-Typ einzelner Endstromkreis mit kombiniertem Schutz Bad, Außenkreis, Einzelstromkreis, Technik RCD-Typ und LS-Charakteristik gemeinsam dokumentieren kombiniertes Gerät
300mA RCD abhängig vom RCD-Typ Brandschutz- oder Anlagenkontext Verteilung, besondere Anlagenbereiche nicht als Ersatz für 30mA-Zusatzschutz lesen Schutzziel klären

Formel

RCD-Typ aus Fehlerstromart ableiten

Auswahl = Betriebsmittel + mögliche Fehlerstromart + IΔn + RCD-Typ + Messverfahren

Betriebsmittel
Verbraucher, Elektronik, Umrichter, PV, Ladeeinrichtung oder Sonderanlage
Fehlerstromart
AC, pulsierende Gleichfehlerströme, Mischfrequenzen oder glatte DC-Anteile
IΔn
Bemessungsdifferenzstrom des RCD
Messverfahren
typgerechte Einstellung am Prüfgerät und dokumentierter Messpunkt

Beispiel: Eine Ladeeinrichtung kann andere Anforderungen stellen als ein allgemeiner Steckdosenstromkreis. Herstellerangaben und DC-Fehlerstromerkennung gehören in die Prüfung.

Diagramm

RCD-Typ nach Betriebsmittel und Fehlerstromart

Die Auswahl beginnt beim Betriebsmittel. Erst wenn Fehlerstromart und Herstellerangaben klar sind, kann der RCD-Typ sinnvoll dokumentiert und geprüft werden.

Betriebsmittel Elektronik / Last Fehlerstromart AC / pulsierend / DC RCD-Typ A / F / B / B+ Zuordnung Stromkreis Messung Doku

Verwendung

Hinweise

Anwendungsbereich

Die Tabelle strukturiert typische FI/RCD-Typen für frühe Planung, Bestandsaufnahme, Angebotsgespräch und Dokumentation.

RCD

Annahmen

Betriebsmittel, Netzform, Fehlerstromart, elektronische Verbraucher, Herstellerangaben und Schutzkonzept bestimmen den geeigneten Typ.

Schutzmaßnahme

Norm- und Projektbezug

DIN EN 61008-1 (VDE 0664-10) behandelt RCCBs ohne eingebauten Überstromschutz. DIN EN 62423 (VDE 0664-40) ist für RCDs Typ F und Typ B relevant; bei Ladeeinrichtungen ist zusätzlich DIN VDE 0100-722 im Projektkontext zu prüfen.

Stand Mai 2026

Projektübergabe

Für die Abstimmung sollten Stromkreis, Betriebsmittel, RCD-Typ, Nennfehlerstrom, Messwerte und besondere Herstelleranforderungen erfasst werden.

Dokumentation

Grenzen

Der RCD-Typ darf nicht nur nach Gewohnheit gewählt werden. Geräteunterlagen, Normkontext, Messung und Dokumentation bleiben entscheidend.

fachlich prüfen

Schutzlogik

Prüf- und Entscheidungsregister

PrüfschrittBenötigte AngabenZuständigkeitErgebnis
Betriebsmittel erfassen Verbraucher, Elektronik, Umrichter, Ladeeinrichtung, Herstellerangabe Planung / Ausführung mögliche Fehlerstromart eingegrenzt
RCD-Typ zuordnen Typ AC/A/F/B/B+, Nennfehlerstrom, Selektivität, Vorsicherung Elektrofachkraft RCD-Auswahl plausibel
Prüfung dokumentieren Messverfahren, Auslösezeit, Messwert, Stromkreiszuordnung Elektrofachkraft Schutzmaßnahme nachvollziehbar

Nachweisführung

Dokumentation und Übergabe

DokumentInhaltAblage / Übergabe
RCD-Zuordnung RCD-Typ, Nennfehlerstrom, nachgeschaltete Stromkreise Verteilerdokumentation ergänzen
Geräteanforderung Herstellerangaben, mögliche DC-Anteile, Sondervorgaben mit Geräteunterlagen ablegen
Messdaten Prüfstrom, Auslösezeit, Messpunkt, Datum, Bewertung Prüfunterlagen ergänzen

Weiterarbeiten

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FAQ

Häufige Fragen

Welcher FI-Typ ist der richtige?

Das hängt vom Betriebsmittel und der möglichen Fehlerstromart ab. Häufig ist Typ A, bei Umrichtern, PV, Ladeeinrichtungen oder bestimmten Antrieben können andere Typen nötig sein.

Warum ist Typ AC kritisch?

Viele moderne Verbraucher erzeugen Fehlerstromanteile, die über reine sinusförmige Wechselfehlerströme hinausgehen. Deshalb muss Typ AC besonders kritisch geprüft werden.

Wann braucht man Typ B?

Typ B wird relevant, wenn glatte Gleichfehlerströme oder wechselnde Frequenzanteile auftreten können, etwa bei bestimmten Umrichtern, PV- oder Ladeeinrichtungen.

Was muss in der RCD-Dokumentation stehen?

RCD-Typ, IΔn, Polzahl, zugeordnete Stromkreise, Betriebsmittel, Messverfahren, Auslösewerte, Messpunkt und Datum.